Andreas Rieckmann - d.i.c.s.h.e, Webdesign, Mediendesign, TYPO3

Weihnachtsbäume und Tannenbaumschlagen in Hamburg

Weihnachtsbäume

Omas Rezepte sind die Zukunft

 

Ochtmannsbruch (dey)

"Eigentlich war es nur ein Zufall", erinnert sich Ulrike Cohrs. Auf dem Buchholzer Stadtfest im vergangenen Jahr bot sie einfach ein paar Gl√§ser mit eingelegtem Gem√ľse an. Hergestellt und gesch√§tzt wird das in ihrer Familie zwar seit Generationen, doch dass die klobigen Weck-Gl√§ser mit dem leckeren Inhalt so einen rei√üenden Absatz finden w√ľrden, hatte die Landwirtin aus Ochtmannsbruch nicht erwartet.

Nun war die Nachfrage aber pl√∂tzlich da, und Ulrike Cohrs entschloss sich fortan, verst√§rkt auf die traditionelle Spezialit√§t zu setzen, die sie noch nach den Rezepten ihrer Oma Hulda Prigge herstellt. Anbau, Ernte und Verarbeitung machen allerdings "sehr sehr viel Arbeit", sagt die 26-J√§hrige - logisch, dass ein Glas Senf-, Gew√ľrz- oder Curry-Gurken bei ihr daher etwas mehr kostet als im Supermarkt. Und das, obwohl Mutter Helga (63) und Vater G√ľnther (73) noch t√ľchtig mit anpacken, ohne ihre Arbeitskraft in Rechnung zu stellen. Profitabel l√§sst sich das Gem√ľse also noch nicht einlegen, "aber langfristig ist das eine Herausforderung f√ľr mich", erz√§hlt Ulrike Cohrs.

Ihr "Wilkenshoff" hat daher noch einige andere Standbeine. Au√üer Getreide, Kartoffeln, Weihnachtsb√§umen, Eier und Saft produziert Cohrs vor allem eine echte Fleischspezialit√§t: Charolay-Rind. Die franz√∂sische Rasse ist nicht nur f√ľr ihr sehr zartes Fleisch bekannt, die rund 25 Tiere in Ochtmannsbruch sind auch praktisch BSE-resistent. Ulrike Cohrs h√§lt nur Muttertiere, die ihre K√§lber noch selbst ern√§hren und daher nicht gemolken werden. Milchaustauscher sind tabu, und Kontakt mit fremden Tieren gibt es auch nicht. "Nur alle drei Jahre kaufen wir einen Deckbullen hinzu", erg√§nzt G√ľnther Cohrs.

Gef√ľttert werden die Rinder mit selbst angebautem Mais, Heu, Silage und dem, was sonst so auf der Weide w√§chst. Dort halten sie sich von Mai bis November auf - hinausgetrieben mit Pferden, die in offenen St√§llen auf dem Hof stehen.

Das klingt alles sehr nach Bio-Bauernhof, und im Prinzip ist es das auch, "aber wir d√ľrfen uns noch nicht so nennen", erkl√§rt Ulrike Cohrs. Angemeldet ist der Hof zwar, doch die offizielle Umstellung dauert noch zwei Jahre. "Irgendwann muss man sich Gedanken machen, wie es weitergehen soll", meint die junge Hofchefin. Und das Motto "Wachse oder weiche" halte sie f√ľr ungeeignet. Da setzt sie lieber auf die urig-romantische Atmosph√§re des "Wilkenshoff" mit Pferde-Pension, freilaufenden Rindern und H√ľhnern sowie nat√ľrlich auf das leckere Gem√ľse in den gro√üen Gl√§sern. "Mein Ziel f√ľr die Zukunft", blickt Ulrike Cohrs voraus, "ist ein fester Kundenstamm, der wei√ü, wie wir wirtschaften." Mit Omas Rezepten wird das bestimmt gelingen.

Der "Wilkenshoff" der Familie Cohrs am Kampweg in Ochtmannsbruch ist √ľber die A 1, Abfahrt Hollenstedt, in zwei Minuten zu erreichen. Das eingelegte Gem√ľse - unter anderem Rote Bete, diverse Gurken-Sorten, K√ľrbisse und Zwetschgen in Rotwein - werden ebenso wie die meisten anderen Produkte in einem Selbstbedienungsh√§uschen angeboten. Weitere Informationen gibt es unter den beiden Telefonnummern 04165/212923 und 8526.

 

Erschienen:

Harburger Nachrichten, 05. Mai 2001