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Weihnachtsbäume und Tannenbaumschlagen in Hamburg

Weihnachtsbäume

Brandts pers├Ânliche Apfelfibel mit norddeutschen Rezepten

 

Die Deutschen sind Weltmeister im Apfelessen: Etwa 22 kg verdr├╝ckt jeder von uns im Jahr. Das sind 120 bis 130 St├╝ck, in die wir mehr oder minder herzhaft reinbei├čen. Eine stattliche Zahl, doch wenn es um die Anzahl der Sorten geht, so reicht meist eine Hand aus, um sie aufzuz├Ąhlen. Wer kennt heute schon mehr als vier bis sechs Apfelsorten?

Eckart Brandt kennt ein paar mehr. Er hat eine Apfelfibel mit 36 Rezepten herausgebracht. Der Autor, vielseitiger Bio-Apfelbauer aus Gro├čenw├Ârden in Kehdingen (zwischen Stade und Cuxhaven), sammelt aus Leidenschaft alte Apfelsorten und ist ma├čgeblich am Aufbau des historischen Obstgartens auf dem Wilkenshoff in Hollenstedt-Ochtmannsbruch beteiligt. Dort entsteht auch eine Baumschule f├╝r alte Sorten. ├ťber seine Lieblings-Apfelsorte, den Finkenwerder Herbstprinzen, schrieb er bereits ein Buch.

Brandts Apfelfibel ist ein spannender kulturhistorischer Ausflug in die Anbaugebiete Altes Land bei Hamburg, Werder im Havelland, die Kolonie Eden n├Ârdlich von Berlin und die herrschaftlichen Gartenanlage Hannover-Herrenhausen. Herrenhausen war einst als Lust- und Nutzgarten mit vielen Obstb├Ąumen bepflanzt.

Sehr gem├╝tlich: Bei den Kapiteln ├╝ber norddeutsche Urgesteine verf├Ąllt er ins norddeutsche Platt. Eckart Brandt: "Ich wollte den zum Teil sympathisch-eckigen Menschentypen, den ich bei meiner Suche nach alten Apfelsorten kennen- und sch├Ątzengelernt habe, ein Denkmal setzen." Als Leser schaut man ihm bei seinen Besuchen ├╝ber die Schulter: Da sind der Sortensammler Karl Mohr aus Ellerhoop; die B├Ąuerin K├Ąthe Robohm; Hans Tiessen, der in seinem Garten seinen Geburtsbaum hegt, den seine Eltern f├╝r ihn angepflanzt hatten; oder Friedrich Heinsohn mit seinem "Schneeapfel", aus dem herrliches Apfelmus gekocht wird.

Die Apfelfibel zeigt in Wort und Bild die 60 wichtigsten Apfelsorten im n├Ârdlichen Deutschland - einige Namen sind noch bekannt.

Nach einem Ausflug in die Wein- und Obstbrandherstellung und immer wieder besinnlichen Reimen geht es endlich in die K├╝che. Es sind alte Familienrezepte dabei und neue Kreationen von traditionsbewu├čten Hauswirtschaftsschulen: 36 deftige Vor-, Haupt- und Nachspeisen, Kuchen und Getr├Ąnke. Aufgeschrieben, um sie bald in der K├╝che nachzukochen. Also ran an das Buch und den Apfel.

 

Eckart Brandt: Von Äpfeln und Menschen. Brandts Apfelfibel. Verlag Atelier im Bauernhaus. 180 Seiten; 14,80 Euro, ISBN 3-88 132 309-0.

 

Erschienen

erschienen am 6. November 2004 in Wochenende

von Hans Raczinski