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Weihnachtsbäume

Pilotprojekt für Hollenstedt

Bauernhofkindergarten geplant

 

Claudia Michaelis

Hollenstedt. Hollenstedts Kindergartenlandschaft, bislang mit ihren fünf regulären Tagesstätten in der Trägerschaft der Kommune vergleichsweise uniform, könnte ab September dieses Jahres um ein Angebot reicher werden, das über die Kreisgrenzen hinaus Modellcharakter hätte: Einstimmig hat der Samtgemeindeausschuss jetzt für einen Bauernhofkindergarten in der Samtgemeinde grünes Licht gegeben und beschlossen, die geplante alternative Betreuungseinrichtung fünf Jahre lang mit rund 45 000 Euro pro Jahr finanziell zu unterstützen.

Geschaffen werden soll das naturnahe pädagogische Angebot im denkmalgeschützten Bauernhaus auf dem Wilkenshoff der Familie Cohrs in Ochtmannsbruch. Dem Jugend- und Sozialausschuss hatte Landwirtin und Betriebsleiterin Ulrike Cohrs zuvor bereits ein ausgefeiltes Konzept vorgestellt, das quer durch die Fraktionen auf Zustimmung gestoßen ist. Demnach soll auf dem Hof am Rande des Estetals, den Familie Cohrs in 13. Generation bewirtschaftet, seit 2001 als Öko-Betrieb führt und sich dort auch dem Erhalt alter Rassen und Sorten widmet, eine Gruppe von maximal 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden können.

Auf dem Bauernhof als alternativem Lernort sollen sich die Kinder spielerisch in natürlicher Umgebung entwickeln, ökologische und ökonomische Kreisläufe aktiv und unmittelbar erfahren. Der Wilkenshoff mit seinen Teichen, Wiesen, Wäldern, Tieren, Gemüse- und Obstgärten biete dafür ideale Bedingungen, sind sich die künftigen Betreiber sicher.

Träger der Einrichtung wird der gemeinnützige Verein Bauernhofkindergarten Wilkenshoff sein eine Initiative von Pädagogen, Landwirten und Eltern, die sich im Mai 2007 gegründet hat und Mitglied im Landesverband des Paritätischen ist. Vorzeigecharakter hat das Projekt weit über die Kreisgrenzen hinaus: Bundesweit gibt es derzeit erst etwa zehn Kindergärten, die dauerhaft auf einem landwirtschaftlichen Betrieb angesiedelt sind.

Obwohl ein von der Samtgemeinde vor Jahren angeregter Waldkindergarten an man-gelnder Nachfrage der Eltern gescheitert war, sieht Hollenstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Rennwald für den Bauernhofkindergarten durchaus Bedarf. Räumlich allein schon deshalb, weil am Kindergarten Dierstorf noch Container stehen, was keine Dauerlösung sei, aber auch vor dem Hintergrund der Krippenplätze, die in den nächsten Jahren geschaffen werden müssten und Platz bräuchten. Auch inhaltlich sei das Vorhaben "eine gute Sache, weil das Konzept auf dem Bauernhof andere Möglichkeiten biete als die, die wir haben", weiß Rennwald.

So sieht das auch CDU-Samtgemeindefraktionschef Manfred Cohrs, der dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber-steht, und auch Grünen-Fraktionschefin Ruth Alpers ist überaus angetan: "Das Angebot wird vielfältiger, vom Konzept her ist das sehr spannend", sagt die Hollenstedter Grüne und ist sicher: "Das ist etwas, das Eltern interessieren wird." In seiner nächsten Sitzung am Montag, 28. Januar, will der Samtgemeinderat das Vorhaben endgültig absegnen.

 

Harburger Nachrichten, 01.01.2008