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Weihnachtsbäume und Tannenbaumschlagen in Hamburg

Weihnachtsbäume

Eckard Brandt referierte ĂĽber alte Apfelsorten



Ăśber Reichskanzler, Blaue Schweden und Bamberger

 

Eckardt Brandt und Ulrike Cohrs referieren in Hamersen ĂĽber alte Kartoffel- und Apfelsorten

 

Hamersen (fh). Zu einem ganz besonderen kulinarischen Vergnügen lud jetzt der Landwirtschaftliche Verein der Börde Sittensen ein. Unter dem Motto „Altdeutscher Gourmetabend“ wurden die Gäste von Udo Borchers und seinem Team vom Landgasthaus „Zur alten Linde“ verwöhnt.

Georg Rathje, erster Vorsitzender des Vereins, freute sich, an diesem Abend mehr als siebzig Gäste begrüßen zu dürfen. Nur ein kleiner Teil der Anwesenden war Mitglied des Vereins, „wir sind aber offen für alle Interessierten“, betonte Rathje.

Viele von ihnen sind von weit über die Grenzen von Sittensen hinaus für dieses Ereignis nach Hamersen gekommen. Zur Einstimmung wurde ein Glas sortenreiner Apfelsaft von Eckard Brandts „Hof Königsmoor“ in Großenwörden gereicht. Er betreibt dort seit 1983 biologischen Obstbau und setzt sich seit mehr als zwanzig Jahren für die Erhaltung von alten Obstsorten ein.

Eckard Brandt kam im Zevener Krankenhaus zur Welt und verbrachte seine Kindheit in Wohnste. Nach dem Umzug nach Buxtehude hat er zunächst in Hamburg studiert und sich dann mit seiner damaligen Lebensgefährtin einen Resthof in Kehdingen gekauft. Nach einem Umweg über die Imkerei hat er mit dem Obstbau begonnen und gilt heute als Experte für alte Obstsorten.

Ulrike Cohrs hat den elterlichen Betrieb Wilkenshoff in Hollenstedt-Ochtmannsbruch übernommen und 2001 auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Sie betreibt dort Schweine- und Mutterkuhhaltung und baut Gemüse, Getreide und Weihnachtsbäume an. Durch Eckard Brandt ist sie auf alte Gemüsesorten gestoßen und hat ihr Sortiment entsprechend erweitert. Heute baut sie zudem türkische Erbsen, weiße Beete, Lärchenzunge, eine alte Grünkohlsorte, und verschiedene alte, in Vergessenheit geratene Kartoffelsorten an.

Zwischen Pellkartoffeln „Bamberger Hörnchen“ mit Dip, Apfelsalat mit Möhren und „Finkenwerder Herbstprinz“, Kartoffelsuppe vom „Reichskanzler“, Schweinebraten mit „Blauer Schwede“ als Beilage und Bratapfel „Boskop“ mit Marzipan und Vanillesauce wussten die beiden Referenten allerlei spannende Informationen über alte, zum Teil nur noch wenig bekannte Kartoffel- und Apfelsorten zu erzählen.

Speziell für die Sittenser war die Geschichte rund um den „Knebusch“-Apfel besonders interessant. Immerhin kommt der Name vom Sittenser Landwirt Johann Knebusch. Dabei sind die genauen Hintergründe unklar, und es kursieren zwei verschiedene Versionen. In der einen heißt es, dass Johann Knebusch den Apfel gefunden und aus Kernen selbst gezüchtet hat.

Eine andere lautet so: Es gibt Hinweise darauf, dass er den Apfel von seinem zukĂĽnftigen Schwiegersohn, der aus Amerika nach Deutschland zurĂĽckgekommen ist, als Mitbringsel bekommen hat. Denn genau der gleiche Apfel soll in den USA sehr beliebt und vor allem weit verbreitet sein.

Die ganze Wahrheit ist nach so langer Zeit wohl nur schwer herauszufinden. Eckard Brandt hat sich – mit einem Augenzwinkern – allerdings sofort bereit erklärt, eine Forschungsreise in die Vereinigten Staaten zu unternehmen, wenn er die erforderlichen Sponsoren findet.

 

Erschienen:

Zeveneer Zeitung, 27. Januar 2006