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Weihnachtsbäume und Tannenbaumschlagen in Hamburg

Weihnachtsbäume

Bl├╝hende Landschaften in Ochtmannsbruch

 

"Arche Noah" f├╝r alte Apfelsorten: Die ersten 46 B├Ąume sind gepflanzt

 

Jork/Ochtmannsbruch (BT)

Das Projekt Arche Noah geht weiter: Auf dem Wilkenshoff in Ochtmannsbruch bei Hollenstedt hat der im April 2004 in Jork gegr├╝ndete Verein Boomgarden am Wochenende 46 alte, regionaltypische Apfelsorten aus dem Alten Land und Kehdingen gepflanzt. Auf einer Wiese entsteht "Loewels Baumgarten". Es handelt sich um Sorten, die der langj├Ąhrige Leiter der Obstbauversuchsanstalt Jork, Ernst-Ludwig Loewel, 1941 in seinem Standardwerk ├╝ber die Handelssorten an der Niederelbe aufgef├╝hrt hat. Das Buch will der Pomologen-Verein in K├╝rze neu auflegen.

"Mit dem Projekt verhindern wir, da├č die ganzen Sch├Ątze des Alten Landes den Bach runtergehen", betont der Boomgarden-Vorsitzende Eckart Brandt. Ziel des Vereins sei es, das kulturelle Erbe zu pflegen und die genetischen Ressourcen zu erhalten, speziell die Vielfalt alter Sorten. Lediglich vier Sorten, unter anderem der Ladekoper Glockenapfel, fehlten noch, um "Loewels Baumgarten" komplett zu machen. In drei bis sechs Jahren w├╝rden die Sch├Ątze erstmals geerntet. Um die Sorteneigenschaften zu erhalten, wurden Hochst├Ąmme gepflanzt. Brandt: "Die stehen mindestens 50 Jahre."

Eckart Brandt hatte das Boomgarden-Projekt bereits Mitte der 80er Jahre ins Leben gerufen, um alte, regionaltypische Obstsorten zu retten. Doch das Kernst├╝ck seiner Sammlung steht auf Pachtland. Deshalb werden, wie berichtet, viele Sorten auf den Wilkenshoff in Ochtmannsbruch umgesiedelt; auch aus diesem Grund wurde im April 2004 der gleichnamige Verein in Jork gegr├╝ndet. Auf dem Bio-Hof seiner Mitstreiterin und Vize-Vorsitzenden Ulrike Cohrs sie setzt sich f├╝r die Erhaltung alter regionaltypischer Kartoffel- und Gem├╝se-Sorten ein hat das Boomgarden-Projekt unter anderem auf einer zwei Hektar gro├čen Wiese einen festen Platz bekommen. Gleichwohl ist "Loewels Baumgarten" nur einer von vielen Mosaiksteinen, der Beginn eines gr├Â├čeren Vorhabens. Alte Zwetschen-, Birnen- und Kirschsorten wurden und werden ebenfalls in Ochtmannsbruch gepflanzt. "Gerade die alten Kirschsorten sind stark bedroht", so Brandt. Der Verein setze vor allem auf (seine) Mitglieder. "Wir wollen uns nicht von F├Ârdert├Âpfen und kurzfristigen Programmen abh├Ąngig machen, wir wollen die alten Obstsorten langfristig erhalten."

Der streitbare Obstbauer, Autor und Pomologe aus Gro├čenw├Ârden hofft, da├č im Zuge der Diskussion ├╝ber das Weltkulturerbe in Zukunft mehr Altl├Ąndern die Bedeutung dieser alten Obstsorten bewu├čt wird. "Diese alten, regionaltypischen Sorten sind nicht nur Teil unseres kulturhistorischen Erbes, ihr Erhalt dient auch der Sicherung genetischer Vielfalt. Wer sich f├╝r das Weltkulturerbe Altes Land einsetzt, darf seine alten Obstsorten nicht weiter stiefm├╝tterlich behandeln. Bedauerlicherweise kennen diese nur noch die Alten", wird Brandt nicht m├╝de zu betonen.

"Loewels Baumgarten" soll mittelfristig der ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich gemacht werden. Dann soll es auch F├╝hrungen geben, auch eine Vermarktung der Fr├╝chte wird angestrebt. Brandt: "Viele Restaurants setzen wieder auf alte Sorten und regionale Produkte, das kann unserem Projekt helfen." Der Boomgarden-Verein sucht weitere Mitstreiter: Infos unter Telefon 0 47 75 / 5 38.

 

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Im World Wide Web: Im Internet ist der Verein

unter www.boomgarden.de/

verein.htm zu finden.

 

Erschienen:

Harburger Nachrichten, 20. April 2005