Andreas Rieckmann - d.i.c.s.h.e, Webdesign, Mediendesign, TYPO3

Weihnachtsbäume und Tannenbaumschlagen in Hamburg

Weihnachtsbäume

Blühende Landschaften in Ochtmannsbruch

 

"Arche Noah" für alte Apfelsorten: Die ersten 46 Bäume sind gepflanzt

 

Jork/Ochtmannsbruch (BT)

Das Projekt Arche Noah geht weiter: Auf dem Wilkenshoff in Ochtmannsbruch bei Hollenstedt hat der im April 2004 in Jork gegründete Verein Boomgarden am Wochenende 46 alte, regionaltypische Apfelsorten aus dem Alten Land und Kehdingen gepflanzt. Auf einer Wiese entsteht "Loewels Baumgarten". Es handelt sich um Sorten, die der langjährige Leiter der Obstbauversuchsanstalt Jork, Ernst-Ludwig Loewel, 1941 in seinem Standardwerk über die Handelssorten an der Niederelbe aufgeführt hat. Das Buch will der Pomologen-Verein in Kürze neu auflegen.

"Mit dem Projekt verhindern wir, daß die ganzen Schätze des Alten Landes den Bach runtergehen", betont der Boomgarden-Vorsitzende Eckart Brandt. Ziel des Vereins sei es, das kulturelle Erbe zu pflegen und die genetischen Ressourcen zu erhalten, speziell die Vielfalt alter Sorten. Lediglich vier Sorten, unter anderem der Ladekoper Glockenapfel, fehlten noch, um "Loewels Baumgarten" komplett zu machen. In drei bis sechs Jahren würden die Schätze erstmals geerntet. Um die Sorteneigenschaften zu erhalten, wurden Hochstämme gepflanzt. Brandt: "Die stehen mindestens 50 Jahre."

Eckart Brandt hatte das Boomgarden-Projekt bereits Mitte der 80er Jahre ins Leben gerufen, um alte, regionaltypische Obstsorten zu retten. Doch das Kernstück seiner Sammlung steht auf Pachtland. Deshalb werden, wie berichtet, viele Sorten auf den Wilkenshoff in Ochtmannsbruch umgesiedelt; auch aus diesem Grund wurde im April 2004 der gleichnamige Verein in Jork gegründet. Auf dem Bio-Hof seiner Mitstreiterin und Vize-Vorsitzenden Ulrike Cohrs sie setzt sich für die Erhaltung alter regionaltypischer Kartoffel- und Gemüse-Sorten ein hat das Boomgarden-Projekt unter anderem auf einer zwei Hektar großen Wiese einen festen Platz bekommen. Gleichwohl ist "Loewels Baumgarten" nur einer von vielen Mosaiksteinen, der Beginn eines größeren Vorhabens. Alte Zwetschen-, Birnen- und Kirschsorten wurden und werden ebenfalls in Ochtmannsbruch gepflanzt. "Gerade die alten Kirschsorten sind stark bedroht", so Brandt. Der Verein setze vor allem auf (seine) Mitglieder. "Wir wollen uns nicht von Fördertöpfen und kurzfristigen Programmen abhängig machen, wir wollen die alten Obstsorten langfristig erhalten."

Der streitbare Obstbauer, Autor und Pomologe aus Großenwörden hofft, daß im Zuge der Diskussion über das Weltkulturerbe in Zukunft mehr Altländern die Bedeutung dieser alten Obstsorten bewußt wird. "Diese alten, regionaltypischen Sorten sind nicht nur Teil unseres kulturhistorischen Erbes, ihr Erhalt dient auch der Sicherung genetischer Vielfalt. Wer sich für das Weltkulturerbe Altes Land einsetzt, darf seine alten Obstsorten nicht weiter stiefmütterlich behandeln. Bedauerlicherweise kennen diese nur noch die Alten", wird Brandt nicht müde zu betonen.

"Loewels Baumgarten" soll mittelfristig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dann soll es auch Führungen geben, auch eine Vermarktung der Früchte wird angestrebt. Brandt: "Viele Restaurants setzen wieder auf alte Sorten und regionale Produkte, das kann unserem Projekt helfen." Der Boomgarden-Verein sucht weitere Mitstreiter: Infos unter Telefon 0 47 75 / 5 38.

 

--------------------------------------------------------------------------------

Im World Wide Web: Im Internet ist der Verein

unter www.boomgarden.de/

verein.htm zu finden.

 

Erschienen:

Harburger Nachrichten, 20. April 2005